Ist weniger mehr?

Ist weniger wirklich mehr?

Ist weniger wirklich mehr?
04
Dez

Ist weniger wirklich mehr?

…habe ich mich lange gefragt. Stimmt das oder stimmt das nicht? Mittlerweile habe ich mich für Antwort C entschieden: Es kommt drauf an. Müssen wir nicht andere Fragen stellen? Besitz und Dinge zu besitzen oder zu sammeln, sind sehr individuelle Themen.

Müssen die Fragen nicht lauten:

  • Hast Du denn genügend Platz für die Dinge, die Du besitzt?
  • Findest Du, was Du suchst?
  • Fühlst Du Dich wohl in Deinen vier Wänden?

Wenn man eine oder alle diese Fragen mit nein beantworten kann, dann belasten und behindern einen die Dinge, die man besitzt.

 

Besitz kann belasten - muss aber nicht

Wenn das Zeug, das einen umgibt, einengt und nicht mehr atmen lässt, dann sollte man sich über eine Veränderung Gedanken machen.

Die Grenze des Zufriedenseins ist sehr individuell und hat mit Platz zu tun. Wenn einen beispielsweise eine große Sammlung von Porzellanfröschen glücklich macht und man mit seiner Froscharmee auf 200 m² lebt, dann ist das eben genau so richtig für denjenigen. Mit 10000 Porzellanfröschen auf 30 m² zu leben, wird dann schon eher grenzwertig.

In dem Moment, wo man nicht mehr weiß wohin mit seinen Sachen und einem der eigene Besitz über den Kopf wächst und an Veränderungen hindert, ist es spätestens an der Zeit, über „weniger ist mehr“ nachzudenken.

 

Suchst Du noch oder wohnst Du schon?

Ich stelle bei meiner Arbeit immer wieder fest, dass vielen Menschen nicht bewusst ist, wie viel sie eigentlich besitzen. Wenn sie den ausgeräumten Stauraum sehen, wundern sie sich häufig selbst über das schiere Ausmaß der Dinge, die da rauskommen. Und so mancher findet verloren Geglaubtes wieder.

Nicht mehr zu wissen, was man eigentlich hat, und das permanente Suchen nach Dingen nervt doch ungemein. Wie viel Zeit könnte man sich sparen, wenn man nur wüsste, wo man dies oder jenes zuletzt hingelegt hat. Hier kommt die Ordnung ins Spiel und ein eigentlich leichter Trick: Dein Zeug braucht einen festen, zugewiesenen, für Dich stimmigen Platz. Und wenn man es dann noch schafft, die Dinge nach Gebrauch an diesen Platz zurückzulegen, ist alles gut.

 

Der Wohlfühlfaktor

Ein nicht zu unterschätzender Aspekt ist das individuelle Empfinden von „sich wohlfühlen“. Jeder Mensch hat seine eigenen Aspekte und Kriterien, die zu seinem Wohlbefinden in den eigenen vier Wänden beitragen. Was für den einen nach Chaos und Durcheinander aussieht, kann für den anderen die gerade richtige Wohlfühlatmosphäre sein. Wenn es aber genau das nicht mehr ist, gilt es zu hinterfragen, ob es am zu vielen Zeug liegen könnte, das herumliegt. Wäre es nicht schön, unangekündigten Besuch empfangen zu können, ohne Schweißausbrüche zu bekommen, weil man nicht weiß, wo derjenige sitzen soll? Die Wohnung sauber zu halten, ist - nebenbei gesagt - auch leichter, wenn nicht zu viel Kram rumliegt.

 

Hilfe naht – 10 Entscheidungshilfen für mehr Ordnung

Die folgenden Fragen können Dir bei Entscheidungsschwierigkeiten, ob Du gewisse Dinge noch brauchst oder nicht, helfen.

  • Ist der Gegenstand noch funktionstüchtig?
     
  • Habe ich den Gegenstand doppelt oder gar mehrfach?
     
  • Habe ich den Gegenstand jemals gebraucht? (ungeöffnete Originalverpackungen sprechen eine deutliche Sprache)
     
  • Wann habe ich den Gegenstand zuletzt gebraucht oder benutzt?
     
  • Werde ich den Gegenstand je wieder brauchen können?
     
  • Würde ich mir diesen Gegenstand nochmals kaufen?
     
  • Hat der Gegenstand einen ideellen Wert für mich?
     
  • Habe ich Platz für den Gegenstand?
     
  • Ist der Gegenstand an der Stelle, wo er sich jetzt befindet, sinnvoll aufbewahrt?

 

Fazit

Die Devise lautet: Machen. Fang an, etwas zu ändern, wenn Du das Bedürfnis hast. Nimm Dir jede Woche einen Bereich vor, den Du durchforstest und mit den oben genannten Fragen hinterfragst. Du wirst sehen, wie befreiend es ist, etwas Ballast loszulassen.

Viel Spaß beim Aufräumen wünscht Dir Andrea

 

Foto: unsplash.com